Projektbeschreibung

Ein SwarmCube ist eine kinetische Lichtskulptur aus 64 LEDs, die als dreidimensionaler Würfel organisiert sind. Licht, Zeit und Rhythmus verändern sich kontinuierlich und erzeugen ein dynamisches visuelles System. 

Einzelne Cubes können gezielt gesteuert werden. In der Vernetzung mehrerer Einheiten entsteht jedoch ein emergentes System: Durch einfache Regeln und akustische Kommunikation entwickeln die Cubes autonome Muster aus Licht und Verhalten. 

Die Installation untersucht, wie sich durch das Zusammenspiel vieler Einheiten komplexe, selbstorganisierte Prozesse bilden – und macht diese unmittelbar erfahrbar.

Ausgangssituation: 

Emergente Systeme sind in Natur und Technologie weit verbreitet, jedoch oft schwer zugänglich und abstrakt. Ziel war es, diese Prinzipien in eine physisch erfahrbare, visuelle und hörbare Form zu übersetzen.

Projektziel: 

Entwicklung eines modularen Systems, das kollektives Verhalten, Selbstorganisation und Kommunikation zwischen autonomen Einheiten sichtbar macht. 

Der Fokus lag auf der Verbindung von physischer Form, algorithmischem Verhalten und sinnlich erfahrbarer Interaktion.

Konzeption & Struktur: 

Jeder Cube ist als eigenständige Einheit konzipiert, die Lichtmuster erzeugen und akustisch kommunizieren kann. 

Die Kommunikation erfolgt über Ton: Cubes senden Signale (DTMF-Töne), die von anderen Einheiten empfangen und verarbeitet werden. Auf dieser Basis verändern sie ihren Zustand. 

Im Zusammenspiel vieler Cubes entsteht ein Netzwerk, in dem sich Verhalten nicht zentral steuern lässt, sondern aus der Interaktion der Einheiten heraus entwickelt.

Projektverantwortung: 

Gemeinsame Entwicklung des Gesamtsystems (Hardware, Software, Interaktionslogik) mit Simon Laburda; Umsetzung und Präsentation im Ausstellungskontext

Technische & strukturelle Umsetzung: 

Der Cube besteht aus zwei übereinanderliegenden Leiterplatten: 

  • Untere Ebene: Arduino, Batterie- und Ladeelektronik, Mikrofon, DTMF-Decoder 
  • Obere Ebene: LED-Matrix (4×4×4), Systemprozessor (ATMega32), Audioausgabe 

Die Steuerung erfolgt entweder: 

  • direkt über einen Computer (USB, eigenes Protokoll), oder 
  • autonom über den Arduino 

Die Kommunikation zwischen den Boards erfolgt über SPI. 

Die akustische Kommunikation zwischen Cubes nutzt DTMF-Töne, die über Lautsprecher gesendet und über Mikrofone empfangen werden. 

Diese Wahl ermöglicht: 

  • einfache, robuste Kommunikation 
  • direkte Wahrnehmbarkeit der Signalübertragung (hörbar) 
  • Erweiterung über Distanz (z. B. Telefonverbindungen)
Wirkung & Weiterentwicklung: 

Präsentiert u. a. beim Art on Wires Festival, Oslo (2011). Q202 Rundgang Wien, 2011 

Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich komplexe Systeme und emergente Prozesse in eine physisch erfahrbare, interaktive Installation übersetzen lassen. 

Die modulare Struktur erlaubt Erweiterungen und Variationen durch unterschiedliche Anzahlen und Konfigurationen von Cubes.