Projektbeschreibung

Eine interaktive Installation aus recycelter Hardware, bei der audiovisuelle und kinetische Prozesse über eine analoge Telefonwählscheibe gesteuert werden. Die Wählscheibe fungiert dabei als Interface: Durch die Eingabe von Zahlenkombinationen entstehen unterschiedliche Zustände aus Licht, Klang und Bewegung. 

Die einzelnen Elemente – musizierende, leuchtende und bewegte Einheiten – sind als sichtbares System im Raum angeordnet und durch ein Fenster von außen einsehbar. Die Arbeit verbindet historische Interfaces mit experimenteller Systemgestaltung und folgt einem spielerischen Zugang im Sinne des homo ludens.

Ausgangssituation: 

Digitale Interfaces sind häufig standardisiert und entmaterialisiert. Ziel war es, eine physische, zugängliche und spielerische Form der Interaktion zu entwickeln, die auf vorhandener Hardware basiert und technische Systeme sichtbar macht.

Projektziel: 

Entwicklung einer Installation, in der Eingabe, Systemverhalten und Ausgabe als zusammenhängender Prozess erfahrbar werden. 

Der Fokus lag auf der Verbindung von analogem Interface, materieller Konstruktion und generativer audiovisueller Ausgabe.

Konzeption & Struktur: 

Im Zentrum steht eine analoge Telefonwählscheibe als Interface. Die gewählten Zahlenfolgen fungieren als diskrete Eingaben und steuern unterschiedliche Abläufe innerhalb des Systems. 

Diese Eingaben aktivieren und modulieren die angeschlossenen Einheiten – Licht, Klang und Bewegung. Die räumliche Anordnung macht das System als Ganzes sichtbar und ermöglicht es, die Beziehung zwischen Interaktion und Wirkung unmittelbar nachzuvollziehen.

Projektverantwortung: 

Gemeinsame Entwicklung und Umsetzung der Installation mit Simon Laburda; Aufbau und Präsentation im Werkstattkontext

Technische & strukturelle Umsetzung: 

Die Steuerung erfolgt über ein Netbook, das die Impulse der Wählscheibe verarbeitet und an die verschiedenen Komponenten weitergibt. Mechanische Energie – erzeugt über Pedalantrieb bzw. ein Lastenrad – wird in das System integriert und beeinflusst einzelne Prozesse. 

Visuelle Ausgaben erfolgen über LEDs und Laserprojektionen, gesteuert durch entsprechende Software. 

Eine Webcam dient zur Erfassung bzw. zur Rückkopplung innerhalb des Systems. 

Die Kombination aus analogen, digitalen und mechanischen Elementen erzeugt ein hybrides, reaktives Gesamtsystem.

Wirkung & Weiterentwicklung: 

Die Installation zeigt, wie sich mit einfachen Mitteln und vorhandenen Materialien komplexe, spielerische Interaktionssysteme entwickeln lassen. Sie steht exemplarisch für eine Praxis, die Technologie als offenes, erforschbares und gestaltbares System begreift.