Projektbeschreibung

Touch Paintings ist ein Workshopformat, das Malerei mit einfacher Elektronik verbindet. Kinder entwickeln interaktive Bilder mit Graphitleitlack, die durch Berührung aktiviert werden: LEDs beginnen zu leuchten, sobald ein Stromkreis geschlossen wird.

Die Arbeiten funktionieren als berührbare Schaltkreise – visuell zugänglich und unmittelbar erfahrbar. Ein Transistor dient dabei als Schalter, der über die Hautleitfähigkeit aktiviert wird und eine direkte Verbindung zwischen Körper, Bild und Technologie herstellt. 

Der Workshop vermittelt grundlegende Prinzipien von Stromkreisen, Leitfähigkeit und elektronischen Bauteilen – nicht abstrakt, sondern intuitiv, experimentell und gestalterisch eingebettet. 

Entwickelt gemeinsam mit Simon Laburda, wurde das Format 2011 im Rahmen von Create Your World bei der Ars Electronica an drei Tagen durchgeführt. Die hohe Resonanz führte dazu, dass das zugrunde liegende Prinzip in unterschiedlichen Kontexten aufgegriffen und weiterentwickelt wurde.

Ausgangssituation: 

Elektronik wird in der Vermittlung häufig abstrakt und technisch dargestellt. Gleichzeitig fehlen niedrigschwellige Formate, die kreatives Arbeiten und technisches Verständnis verbinden und Kindern einen direkten, erfahrungsbasierten Zugang zu elektronischen Prinzipien ermöglichen.

Projektziel: 

Ziel war die Entwicklung eines Workshopformats, das grundlegende elektronische Zusammenhänge – wie Stromkreis, Leitfähigkeit und Schaltlogik – über visuelle und haptische Prozesse vermittelt. Der Zugang sollte intuitiv, experimentell und ohne Vorkenntnisse möglich sein.

Konzeption & Struktur: 

Der Workshop basiert auf der Verbindung von zeichnerischer Gestaltung und funktionalen Leiterbahnen. Vorgezeichnete Bildmotive (z. B. Pflanzenformen) strukturieren die Schaltung visuell und erleichtern den Einstieg. 

Die Teilnehmenden entwickeln schrittweise ein interaktives Bild: von der Positionierung der Bauteile über den Aufbau der Schaltung und das Zeichnen der Leiterbahnen bis zur gestalterischen Ausarbeitung. Berührung fungiert dabei als Schalter und macht die Funktion unmittelbar erfahrbar.

Projektverantwortung: 

Gemeinsame Entwicklung des Workshopkonzepts mit Simon Laburda; eigenständige Durchführung sowie Anpassung an unterschiedliche Kontexte (Festival, Ausstellung, Vermittlungsprogramme).

Technische & strukturelle Umsetzung: 

Die Schaltungen werden direkt auf den Bildträger übertragen. Graphitleitlack fungiert sowohl als Leiterbahn als auch als Widerstand. Ein Transistor wird als Schaltelement eingesetzt, das über die Hautleitfähigkeit aktiviert wird. 

Die Reduktion auf wenige Bauteile ermöglicht robuste, verständliche und im Workshopkontext gut reproduzierbare Ergebnisse.

Wirkung & Weiterentwicklung: 

Erstpräsentation 2011 im Kinderprogramm der Ars Electronica (Linz). 

In der Folge wurde der Workshop in verschiedenen internationalen Kontexten durchgeführt, u. a.: 

  • bugnplay (Schweiz) 
  • lab30, Augsburg 
  • das Weisse Haus, Wien 

Das Projekt wurde publiziert in: HOME MADE BIO ELECTRONIC ARTS – Do-it-yourself: Mikroskope, Sensoren, Klangexperimente (Dominik Landwehr, Verena Kuni, Migros-Kulturprozent) 

Touch Paintings etablierte sich als nachhaltiges Vermittlungsformat an der Schnittstelle von Gestaltung und Technologie und wurde in unterschiedlichen Kontexten weiterentwickelt und adaptiert.